Worcester

Worcester

(Wooster)

Heute beginnt mein Abenteuer Sprachaufenthalt in England, um genau zu sein, in Worcester. Gästebuch-Einträge sind herzlich willkommen.

Petra

Sonntag, 7.Mai 2017
Um 14 Uhr geht's los. Benno, Mams und Erwin begleiten mich zum Flughafen Zürich. Nach der Gepäckabgabe trinken wir noch einen Kaffee zusammen und verabschieden uns dann.
Ohne Zwischenfall passiere ich die Kontrollen. Auf der Abflug-Infotafel finde ich bereits mein Gate. D52. Ich schlendere gemütlich während 15 Minuten zum Gate. In einer Stunde darf ich einsteigen.
Ich nutze die Zeit um mich gedanklich auf meinen Alleingang vorzubereiten. Ein eigenartiges Gefühl hier so alleine zu sitzen.
Pünktlich öffnet das Gate und wir steigen in einen Bus, der uns nach einer 5-minütigen Fahrt zum Flugzeug bringt. Ich bin etwas irritiert. Das Flugzeug ist ziemlich klein. Ich darf mich auf den Platz 17A setzen.
Das ist die 4. letzte Reihe. Ich rechne kurz und komme auf 100 Passagiere. Das spürt man auch während des Fluges. Es ruckelt immer wieder leicht. Über den Wolken ist es ruhig und wolkenlos. Es gibt Sandwiches als kleine
Verpflegung. Nach nur 1 Stunden und 45 Minuten landen wir bereits in Birmingham. Auch hier lässt man mich ohne Fragen durch die Passkontrolle. Mit dem richtigen Koffer suche ich den Ausgang und meinen Chauffeur. Doch der ist
nirgends zu sehen. Ich entscheide mich Richtung Taxis zu gehen. Das war ein Fehler wie sich dann herausstellte. Ich frage einen Airport-Angestellten, wo denn hier der Parkplatz für Abholer sei. Er begleitete mich zum Car Park 3.
Da stehe ich nun und kein Andy in Sicht. Zum Glück habe ich eine Telefonnummer bekommen. Ich rufe Andy an. Meine Englisch-Lektionen zahlen sich jetzt aus. Ich kann Andy nämlich mitteilen, wo ich stehe und auf ihn warte.
Während einer 40-minütigen Autofahrt durch grüne Landschaften fährt mich Andy direkt vor das Gasthaus. Feriel, so heisst meine Gastmutter, erwartet mich bereits an der Tür. Sie ist freundlich und sympathisch. Sie zeigt mir zuerst
das Haus, dann verwöhnt sie mich mit Früchten, rohem Gemüse, Käse und Vollkornbrot. Wir betreiben Small Talk. Mir fällt ein Stein vom Herzen, weil sie sehr herzlich ist.
Nach dem Nachtessen mache ich mich auf den Weg zur Schule, damit ich sie Morgen nicht suchen muss. Aja, den Schulplan habe ich bekommen. Morgen beginnt die Schule um 08.30 Uhr. Danach aber immer erst um 9 Uhr. Das ist easy.
Von der Reise und den neuen Eindrücken und die ständige Konzentration Englisch zu sprechen hat mich müde gemacht.
Gute Nacht und bis Morgen

 

 

Montag, 8. Mai 2017

Pünktlich um 7 Uhr klopft es an meiner Tür. Good morning. Ich habe gut geschlafen, das Bett ist ja gross genug. Zum Frühstück gibt es Früchte, Müesli, richtiges Brot (kein Toastbrot), Butter und Konfi. Schon bald geht's zur Schule. Der Verkehr durch die Stadt ist extrem. Auch hier kennen sie Stau. Nach ca. 10 Minuten stehe ich im Schulgebäude. Ich werde sehr herzlich empfangen. Die Klasse setzt sich aus einer Baslerin Namens Leyla, einer Polin, Namens Violetta und mir zusammen. Es wird nicht lange gefackelt und die Lektion beginnt.  Jeweils vormittags ist Tony unser Lehrer. Ein sympathischer lustiger Genosse, der zu den neuen Wörter auch gerne ein Bild auf das Whiteboard zeichnet. Ich musste noch nie so viel reden und zuhören und das alles in einer noch ziemlich fremden Sprache. Jeden Montag gibt's in der Schule zum Zmittag einen Lunch. Da sitzen wir nun, Studenten aus der ganzen Welt und 3 Schweizer. Aber wir reden natürlich nur englisch. Die einen sind schon 2, 3 oder 4 Wochen hier. Die «ältesten» nehmen uns Neulinge mit in die Stadt auf einen guten Kaffee. Bereits um halb zwei sitzen wir wieder im Schulzimmer. Nachmittags ist Caroline unsere Lehrerin. Sie ist noch ziemlich jung und redet sehr gerne, mit Händen und Mimik. Wieder wird viel erzählt und korrigiert. Um 15 Uhr ist vorerst mal Schluss. Nur die Neuen müssen nochmals um 17 Uhr hier sein. In der Zwischenzeit schlendern wir durch die Stadt zum Fluss. Wir finden ein hübsches Restaurant mit einer Terrasse am Fluss. Da sitzen wir und warten bis uns jemand bedient. Falsch gedacht. Bestellen muss man an der Bar und auch gleich bezahlen. Das Bestellte wird dann gebracht. Und wieder reden wir viel miteinander. Schliesslich will man wissen woher die andere kommt und was sie so tut. Die Jüngste ist 38 Jahre jung.  Wir geniessen das warme Frühlingswetter bei einem Glas Wein. Das soll helfen, weniger zu denken und einfach zu reden. Smile. Zurück in der Schule wird uns noch eine Lektion Grammatik und Aussprache erteilt. Wir sind alle froh, wenn der Tag ein Ende hat. Keine fragt nach, was wir heute noch zusammen unternehmen können. Wir sind alle total müde und gehen in unsere Unterkunft. 

Zu meiner grossen Freude gibt's ein wirklich feines Nachtessen. Feriel kocht sehr gerne für Gäste und probiert auch gerne mal was Neues aus. Heute gibt es Fisch auf einem Gemüsebett aus dem Ofen. Echt lecker. Dazu ein Glas Pinot Grigio. Gut erzogen wie ich bin, helfe ich beim Abwasch. In diesem Haus steht nämlich keine Spülmaschine. Nach getaner Arbeit muss ich nochmals raus, um meinen Kopf zu lüften. Feriel gibt mir einen Tipp zu einem nahe gelegenen Park. Es sind nur 15 Minuten von hier. Es ist ein wunderschöner grüner Park mit vielen Vögeln, Enten und Schwäne. In der Mitte ist ein grosser Spielplatz angelegt. Der Abend wird kühler und windiger. Zurück im Haus trinken wir noch zusammen einen Tee und schwärmen von bereisten Ländern. Das war ein anstrengender Tag. So falle ich dann auch todmüde ins Bett.


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