Cornwall

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Samstag, 27. Mai 2017

Endlich ist es soweit! Um 07.25 Uhr holt mich Andy (Taxifahrer der Kingsway-Schule) vor dem Haus ab. Eine weitere Studentin, Cagla, holen wir zu Hause ab. Andy bringt uns zum Flughafen nach Birmingham. Dort darf ich Benno in die Arme schliessen. Zusammen fahren wir mit Andy zurück nach Worcester in die Stadt. Im Bill's Restaurant essen wir gemütlich ein Frühstück, bevor wir unseren Mietwagen entgegen nehmen. Es ist ein Vauxhall Corsa Automat. Benno muss wieder fahren.

Ich navigiere ihn direkt vor Feriel's Haus, wo wir nun auch meine Sachen in den Corsa laden. Benno hat für Feriel Schokolade mitgebracht. Toblerone und Kägi Fret. Dann verabschieden wir uns und fahren los. In England beginnen heute die Mai-Ferien. Wir rechnen mit ziemlich viel Verkehr. Unsere erste Übernachtung ist in Meare bei Glastonbury. Ein B & B in einem kleinen Vorort. Ich frage nach einem Restaurant, wo wir was essen können. Der Herr des Hauses, ich verstehe ihn kaum, empfiehlt uns ein Pub, das aber erst um 18 Uhr öffnet. Wir können zu Fuss innert 25 Minuten da hin. Das ist genau das richtige. So marschieren wir los zu diesem Pub namens Birds in Hand. Völlig abgelegen im Grünen. Als wir ankommen nach 20 Minuten ist das Pub noch geschlossen. Dafür sind wir die ersten Gäste. Das Essen aber ist sehr fein. Und auch das Bier ist lecker. Der Fussmarsch zurück ist erfrischend. Wir fallen müde ins Bet

 

 

Sonntag, 28. Mai 2017

Um 9 Uhr sitzen wir bereits am Frühstückstisch. Benno bestellt das englische Frühstück und ich das Continental Frühstück mit Käse. Und schon sind wir wieder gestärkt für die Weiterfahrt. Benno hat gestern ein hübsches B&B namens Melorne Farm in Camelford gefunden. Es liegt ausserhalb von Camelford. Unterwegs müssen wir bereits zum ersten mal tanken. Wir sind viel zu früh dran. Daher entscheiden wir uns nach Boscastle zu fahren. Der Ort liegt in einem schmalen Tal mit einem idyllischen Hafen. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle und heute daher total überloffen. Wir finden keinen Parkplatz und fahren weiter nach Tintagel. Dieses Dorf liegt auf einer Anhöhe. Ein paar Minuten steiler Fussmarsch nach unten und wir sind in einer Bucht mit Smaragd blauem Wasser. Hier liegt die sogenannte Merlin Höhle. Bei Flut ist sie durchflutet. Wir steigen wir hinauf zum Hotel oben auf der Klippe. Daneben steht ein Flower-Power Aston Martin:-) Nun ist es Zeit für einen Kaffee. Es scheint auch Regen aufzuziehen. Wir finden gerade noch Platz in einem Kaffee, bevor es anfängt zu regnen und alle Leute hinein wollen. Ein typisch englisches Teegebäck sind Scones, welche man mit Butter, Konfi oder eine Art Mascarpone isst. Wir trinken einen Cappuccino dazu. Nach einer Weile hört es auch schon wieder auf zu regnen und wir gehen zum Auto zurück. Es ist Zeit im B&B einzuchecken. Nach einem kurzen Erholungsschlaf fahren wir nach Port Isaac ins Restaurant Port Gaverne. Eine nette Bedienung erzählt uns von einem Menü speziell heute. Ich frage nochmals nach, ob dies Fisch sei. Ich habe nämlich Loop verstanden. Sie bejahte meine Frage, also bestelle ich für uns zwei. Zur Vorspeise gibt es Muscheln. Dann kommt das Besteck für den 2. Gang. Eine Zange und sonst noch so ein komische Besteck. Nun beginnen wir zu rätseln, was ich wohl bestellt habe. Irgend ein Schalentier wird es sein. Es ist Hummer. Ich habe noch nie Hummer gegessen. Irgendwie meistern wir den Hummer. Das weisse Fleisch ist sehr fein. Auch die Muscheln waren delikat. Eine neue Erfahrung.

 

 

Montag, 29. Mai 2017

Pünktlich um 8 Uhr sitzen wir im Frühstücksraum. Es gibt frische Früchte, Kaffee aus der Espressomaschine, Toast und Rührei. Endlich mal einen guten Kaffee zum Frühstück. Wir wollen heute zum St. Michael's Mount. St. Michael's Mount ist eine Gezeiteninsel an der Südwestspitze Englands, die 366 m vor dem Ort Marazion liegt. Vom Hafen führt ein 2.5 Meter breiter Pflaster-Steinpfad zur Insel. Diese ist nur bei Ebbe im Trockenen begehbar, denn dann erst erhebt sich der Pfad aus dem Meer. Wir können direkt zusehen, wie sich das Wasser zurück zieht. Natürlich können wir nicht warten, bis der ganze Pfad frei ist, so ziehen wir unsere Schuhe und Socken aus. Das Wasser ist zähneklappernd kalt, aber da muss ich jetzt durch. Zum Teil steigt mir das Wasser bis zu den Knien. Wieder ein Nachteil mit kurzen Beinen. Der Aufstieg zur Burg ist kurz, aber steil und steinig (altes Kopfsteinpflaster). Die Aussicht ist aber atemberaubend. Schön, dass die Besitzer den Besuchern einen Einblick in ihr Heim gewähren. Es gibt einen vorgegebenen Rundgang durch die Burg. Den Flyer, den wir beim Eingang erhielten, wurde von Lord St Levan geschrieben. Darin beschreibt er die Räume und deren Geschichten. Im Schlusswort schreibt er: «Die Geschichte des St Michael's Mount reicht zurück in längst vergangene Zeiten, doch ist es noch immer mein Zuhause und das meiner Familie, wie auch für ungefähr 30 weitere Personen, die auf der Insel wohnen und arbeiten.» Wir verlassen die Burg und steigen den Kopfsteinpflasterweg wieder hinab, um den Garten zu bestaunen. Unglaublich diese Vielfalt an Pflanzen und Farben. Den Rückweg können wir in Schuhen antreten. Nun ist nämlich der Weg komplett im Freien.

Unsere Zimmervermieterin hat uns heute morgen noch einen Tip gegeben. Wenn wir Zeit hätten, sollen wir doch noch zum Minack Theatre. Und dies wollen wir befolgen. Die Geschichte ist faszinierend und möchte sie niemandem vorenthalten.

Das Minack Theatre ist ein einzigartiges Freilichttheater, das in einen Felsenabhang direkt am Meer in der Nähe des Ortes Porthcurno gebaut worden ist. Das Theater war die Idee und Lebenswerk von Rowena Cade, die das Gelände in den 1920er Jahren für 100 Pfund gekauft hatte und dort in einem selbst gebauten Haus wohnte. Ein örtliches Ensemble hatte dann 1929 und 1930 das Stück «Ein Sommernachtstraum» von William Shakespeare auf einem nahe gelegenen Feld aufgeführt und plante nun die Aufführung von Shakespeares «Der Sturm». Rowena Cade bot als Aufführungsort ihren Garten an, der in einem Abhang zum Meer endete. Dieser Hintergrund erschien passend, weil das Stück auf einer Insel spielt. Rowena Cade und ihr Gärtner Billy Rawlings legten im kommenden Winter in mühevoller Arbeit eine Bühne und Sitzplätze an, wozu sie Steine sowohl von höherem Gelände als auch von einem nahen Strand heranschafften. 1932 wurde das Stück aufgeführt und war ein großer Erfolg. Cade arbeitete von nun an ihr ganzes Leben bis ins höchste Alter am Ausbau des Theaters. Unterstützt wurde sie dabei von Rawlings und dessen Freund Charles Angove, später auch von weiteren ehrenamtlichen Helfern und Bekannten. Die Arbeiten fanden dabei im Winter statt, während im Sommer gespielt wurde. Zurzeit werden jährlich zwischen Juni und September 16 Stücke aufgeführt. Sämtliche Zuschauerplätze sind aus Stein und teilweise mit Gras bewachsen. Der Titel jedes gespielten Stücks wird mit der zugehörigen Jahreszahl in eine der steinernen Rückenlehnen geschlagen, so dass inzwischen kaum einer der etwa 750 Sitzplätze mehr unbeschriftet ist. Wirklich beeindruckend.

Leider ist das Wlan dermassen schlecht, dass wir Stunden bräuchten, die Bilder hochzuladen. Wir versuchen es Morgen.

 

 

Mittwoch, 31. Mai 2017

Das Zimmer ist etwas speziell. Es ist ein altes Haus, da knarrt und poltert es bei jedem Schritt. Wenn jemand an der Zimmertür vorbeigeht, habe ich das Gefühl, es schreitet jemand durch unser Zimmer. Die WC-Spülung macht dermassen Lärm, dass man sich kaum getraut in der Nacht zu spülen. Beim Duschen läuft das Wasser unter der Duschtüre raus, so dass wir eine halbe Überschwemmung nach Benno's Dusche haben. Schnell ein Frottée-Tuch hinlegen. Das Frühstück ist wie üblich, nur hier bekommen wir Brot und Schinken. Auch der Kaffee ist gut. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Broadway Tower. Der über 16 Meter hohe Turm steht am Cotswold Way und auf einem der höchsten Punkte der Cotswolds. Bei guter Sicht können vom Turm aus 13 Grafschaften überblickt werden. Der Turm wurde, einem Schloss ähnlich, 1794 von James Wyatt für Lady Coventry entworfen und errichtet. Diese wollte wissen, ob ein Leuchtfeuer auf dem Berg von ihrem Haus in Worcester aus zu sehen wäre, das heißt über eine Strecke von etwa 35 Kilometern, und finanzierte deshalb den Bau des Turms. Das Feuer war tatsächlich deutlich zu sehen.