Sommerferien

Sommerferien

28.08.17

Endlich ist es soweit, Montag Morgen 8 Uhr. Das Auto ist beladen, nicht mal voll, und Nico sitzt auch drin. Kaffee und Gipfeli gibt's im Löwen Sihlbrugg. Danach fahren Benno und ich über den Hirzel, durchs Glarnerland, am Walensee entlang ins Ländle und von da nach Österreich. Noch vor 11 Uhr erreichen wir Gaschurn im Montafon. Einchecken können wir noch nicht, so schlendern wir durch Gaschurn. Es ist ein kleines Dorf. Im ersten Sportgeschäft schauen wir rein. 

Und was sehe ich da am Eingang? Sonnenhüte. In dem Moment blitzt es durch meinen Kopf. Meine frisch gewaschenen Käppis sind noch zu Hause in der Waschküche und trocknen nun weiter vor sich hin. Grrrrrr. Dann ist es wohl jetzt an der Zeit, ein neues zu kaufen. Auf der Terrasse einer Pizzeria geniessen wir ein Mittagessen bevor wir zurück zum Hotel gehen.

29.08.17

Ein weiterer wunderschöner wolkenloser Tag beginnt. Das Frühstücksbuffet bietet alles, was man für einen aktiven Tag benötigt. Kurz nach 9 Uhr beginnt unsere Tour in Gargellen. Wir peilen den Klettersteig Röbischlucht an. Er ist nicht sehr anspruchsvoll, und besonders gut geeignet für 2 angeschlagene Steiggeher. Der Klettersteig führt direkt am Röbibach entlang und beinhaltet die mehrfache Querung des Bachbettes. Er führt uns direkt durch die Schlucht in einer Höhe von ca. 3 bis 4 m über dem Bachbett.

Wir sind alleine in der Schlucht. Weit und breit kein Mensch. Der Abstieg führt uns am Wasserfall Rongg vorbei, wo ein weiterer Klettersteig wäre. Leider lässt es mein Fuss nicht mehr zu, weiter zu gehen. Ich bin froh, wenn ich noch zum Parkplatz komme.

In Schruns suchen wir eine Apotheke. Ich brauche dringend was gegen meinen geschwollenen Fuss und gegen die Schmerzen. Schliesslich haben die Ferien erst begonnen. Was nun? Es ist 28 Grad. Die letzten Sommertage sind gezählt. Wir gehen in die Mountain Beach. Eine toll angelegte Badi mit 2 Naturseen, welche vom Bergwasser gespeisst werden. Die Sonne geniessen, Füsse im kalten Wasser schwenken und einen Aperol geniessen.

Kaum ist die Sonne hinter dem Berg verschwunden wird es kühl. Die Badegäste verlassen die Beach. Es gilt nun meinen Fuss zu pflegen, so dass er Morgen wieder in die Wanderschuhe passt.

 

30.08.17

Da mein Fuss immer noch geschwollen ist, fahren wir mit der Gondel bis zur Bergstation Versettla auf 2010 m.ü.M. Zum Glück habe ich Benno im Hotelzimmer noch dazu gebracht, dass er die Wanderschuhe und den Rucksack mit nimmt. Während ich mich in einen Liegestuhl pflanze, steigt Benno zur Burg hinauf. Das ist keine Burg als Gebäude, sondern ein Berg auf 2247 m.ü.M. mit einem Klettersteig.

Nach ca. 1.5 Std. kommt Benno zur Bergstation zurück und legt sich auch in den Liegestuhl. Aber so richtig genug hat er noch nicht. Nach einigem hin- und her entscheidet sich Benno für die Gratwanderung zur Bergstation Garfrescha auf 1500 m.ü.M. Angegeben sind 1.5 Std. Wanderzeit. In der Zwischenzeit fahre ich mit der Gondel wieder nach Gaschurn und fahre mit dem Auto nach St. Gallenkirch zur Talstation des Sessellifts, mit dem Benno die Talfahrt runter fährt. Mit viel Freude nehme ich meinen Mann in Empfang.

Nun ist es Zeit für eine kleine Zwischenverpflegung. Auf einer Restaurant-Terrasse essen wir einen Salat und geniessen immer noch das milde Wetter. Es ist erst 14 Uhr. Was nun? Shoppen? Es gibt in Gaschurn 2 Sportgeschäfte. Die besuchen wir jetzt. Leider gibt es nicht das was wir suchen. Kurzentschlossen fahren wir die Strasse Richtung Silvretta-Stausee zur Bieler Höhe. Im Sommer ist die Silvretta-Bielerhöhe mit Auto oder Motorrad nur über die Silvretta-Hochalpenstrasse erreichbar. Schon die Anreise ist ein aussergewöhnliches Ereignis, denn nicht umsonst wird diese Straße als "Traumstraße der Alpen" bezeichnet. 34 Kehren hat die Alpenstrasse zu bieten. Die herrliche Bergkulisse der Silvretta kosten jedes Fahrzeug 15 Euro. Im Restaurant am Stausee genehmigen wir uns einen Kaffee und einen feinen Kuchen. Einen Rundgang um den Stausee wird mit 2 Stunden angegeben. Wir werweisen noch, ob Benno dies noch schnell machen soll. Mit den Stöcken wäre er in 1.5 Std. wieder zurück. Aber schliesslich winkt Benno ab und wir fahren zurück zum Hotel. Von dort spazieren wir zur Mountain Beach und prosten mit 2 Aperol's an. Dann geht auch schon die Sonne hinter den Berg und wir ziehen uns ins Hotelzimmer zurück.

31.08.17

Der Morgen ist grau in grau. Wir haben vorgängig 3 Nächte in diesem Hotel gebucht. Das ist auch gut so. Das Wetter schlägt definitiv um. Es ist zwar ziemlich warm, wärmer als an den vorangehenden Morgen. Gemütlich verpflegen wir uns ein letztes mal vom Frühstücksbuffet. Dann gehen wir packen und verstauen alles wieder im Auto. Benno checkt uns aus und ich fahre vor den Hoteleingang. Es geht wieder heimwärts. Gestern schauten wir noch das Wetter in Europa an. Im Südtirol könnte es trocken bleiben. Aber das ist doch eine rechte Strecke bis nach Plaus. Und da mein Fuss noch nicht ganz verheilt ist, kann ich auch nur rumsitzen. Benno ist immer noch ziemlich erkältet. So muss es dann wohl sein, dass wir nach Hause fahren. Der Regen setzt wieder ein. Teilweise schüttet es wie aus Kübeln.

In Bludenz steuern wir das Shopping Center Zimbapark an.  Etwas günstiger einkaufen, wenn wir schon hier sind. Natürlich finde ich für mich nicht das passende, dafür einige T-Shirts für Nico. Benno wird im Sportgeschäft fündig. Nach einer Kaffeepause kaufen wir noch einige Lebensmittel für das Abendessen ein.

Nun geht's endgültig nach Hause. Auch in der Schweiz, besonders im Glarnerland, regnet es wieder stark. Trotzdem kommen wir heil zu Hause an. Auspacken und Beine hoch lagern.

Wenn sich das Wetter wieder beruhigt, planen wir ein paar Tage in den Bergen.

03.09.2017

Nach ein paar heftigen Regenfällen in den letzten Tagen ist heute ein wunderbarer Herbsttag. Wir fühlen uns wieder fit und bereit, eine Wandertour zu unternehmen.

Wir fahren mit dem Auto über Allenwinden auf auf den Zugerberg. Um 12.30 Uhr wandern wir los. Wenn mein Fuss es zulässt, essen wir im Zuger Alpli ein Schnitzel. Wir folgen den gelben Wanderrouten. Die Aussicht ist zum Teil grandios. In was für einer schönen Gegend wir doch wohnen.... An ausgesetzten Stellen ist es doch ziemlich kühl, so dass wir froh um die Jacken sind. Nach 2 Stunden erreichen wir das Alpli. Es hat kurz ein paar Tropfen geregnet und die Sonne zeigt sich auch nicht von ihrer schönen Seite. Somit bestellen wir das berühmte Alpli Schnitzel, ein kleiner Kartoffelsalat und ein warmes Getränk. Benno ganz seriös eine warme Schoggi (er ist heute auch der Fahrer) und ich ein Schümli Pflümli. Gestärkt und aufgewärmt nehmen wir den Rückweg unter die Füsse. Zurück auf dem Zugerberg bin ich froh, ins Auto sitzen zu können, als Beifahrerin. Meine Füsse sind müde.

Morgen fahren wir wieder in die Ferien. Gibt also wieder Berichte....

04.09.2017

Das Auto wieder beladen und ab geht's in Richtung Bündnerland. Erster Halt in Sihlbrugg, kurz Nico aussteigen lassen, dann geht's weiter über den Hirzel bis zum Walensee. In der Raststätte Bergsboden geniessen wir einen Kaffee und Gipfeli und dazu die herrliche Aussicht über den See und die Berge. Nach kurzer Zeit fahren wir weiter nach Flims Fidaz. Hier beginnt unsere Tour über den Klettersteig Pinut hinauf zur Flimserstein Alp. Dazwischen liegen aber einige Schweisstropfen. Der Anstieg beginnt bereits sehr steil. Während ca. 30 Minuten und 200 Meter Höhendifferenz führt uns der Weg zum Einstiegspunkt des Klettersteigs, der sich auf 1420 m.ü.M. befindet. Vor dem Einstieg des Klettersteigs sieht man die beiden ersten Stufen der imposanten Wand des Flimsersteins. Nach der Einstiegsleiter folgt ein kurzes schmales Felsband. Vor der bereits von Fidaz sichtbaren Höhle überquert man in luftiger Höhe eine lange Hühnertreppe mit eindrücklicher Fernsicht. Nach der Hühnertreppe gelangt man zum Eingang einer kleinen Felsenhöhle. An dieser Stelle tropft es immer von der Decke und der Untergrund ist nass und feucht. Kurz nach der „Hühnerleiter“ steht man bereits in der weithin sichtbaren Höhle auf der linken Seite des Meilersteins. Über Leitern gelangt man unter das Dach der Höhle und dann in einen kurzen Tunnel mit einem schönen Blick auf den soeben durchstiegenen unteren Klettersteigabschnitt nach der Brücke.

Von der Hochebene Pinut bietet sich einem ein herrlicher Blick über Flims und Laax.

Die zweite Felsstufe ist wesentlich kürzer, dies wird aber durch die immer bessere Fernsicht kompensiert. Der Aufstieg zur 3-ten und letzten Felsenstufe führt über die Halde Pardatsch. Hier beobachten wir Steinböcke. Sie grasen gemütlich. Nach dem letzten Aufstieg wandern wir über grüne Wiesen zum Alpenkiosk. Es ist Selbstbedienung. Wir finden Brot und ein Schafsalsiz, das wir genüsslich verdrücken. Dazu ein wärmender Kaffee. Es ist nämlich ganz schön frisch hier oben. Unterdessen sind wir doch über 2000 m.ü.M.

Vom Flimserstein geht es über die Scala Mola 500 Höhenmeter hinunter nach Bargis. Der meist gepflasterte Viehweg ist recht kräfteraubend. Dafür führt er aber direkt zum Berghaus Bargis und zur Haltestelle des Flims Laax Falera Shuttles, der uns prompt zurück nach Fidaz bringt.

Wohin soll's jetzt gehen? In Flims suchen wir ein gemütliches Café und diskutieren, wo wir denn jetzt hin wollen. Wir entscheiden uns für Pontresina. Da waren wir schon seit ewigen Zeiten nicht mehr. So weit sind wir aber doch nicht gekommen. In Bivio biegen wir ab und steuern auf das Hotel Solaris zu. Hier gibt's sicher ein feines Nachtessen und eine erholsame Übernachtung. Pläne können sich ändern. Wann waren wir letztes Mal hier? Das ist schon ein paar Jahre her. Wir bekommen das Zimmer 308. Speziell daran ist, dass wir genau dieses Zimmer schon letztes Mal hatten, als wir unsere Skiferien hier verbrachten. Welch ein Zufall oder doch Schicksal?

Vor und nach dem Nachtessen, das übrigens sehr fein war, besprechen wir die Wanderrouten. Der Schnee liegt schon ziemlich nah. Aber wir finden eine tolle Route über den Septimerpass, die wir Morgen in Angriff nehmen.  Es ist so schön hier, dass wir sicher 2 Nächte bleiben.

05.09.2017

Ich fühle mich fit wie schon lange nicht mehr. Benno hat mich liebevoll gepflegt (dies für Yvonne).

Pünktlich um 8 Uhr geht der Wecker ab. So langsam kommen wir wieder aus unseren Träumen. Wir haben heute eine grössere Wandertour vor. Deshalb wird zuerst ausgiebig gefrühstückt. Um 09.30 Uhr sind wir bereit und überprüfen nochmals die Wanderroute. Die Tour führt von Bivio nach Valetta, dann weiter zur Fuorcla da la Valetta bis zum heutigen Höchstpunkt Forcellina. Von da wieder hinunter auf den Septimerpass und zurück nach Bivio.

Wir starten in Bivio auf 1769 m.ü.M. und überqueren den Bach. Bis zum Val Baiva wandern wir steil dem Skilift entlang hinauf über Wiesen und weiter auf einem gemütlichen Fahrweg bis zum Hof Valletta. Hinter dem Hof geht der Weg runter zum Bach. Nun geht's über unzählige Steine dem Bach entlang. Über eine schöne Ebene geht's weiter aufwärts,  dann folgt der Aufstieg auf die Ebene von Columban.  Wir suchen immer häufiger die Wegmarkierung, da die weissen Schneeflecken deutlich zunehmen. Der Columban See liegt auf 2430 m.ü.M. Hier liegt schon ziemlich viel Schnee. Zum Teil sinken unsere Wanderstöcke bis zu 30 cm im Schnee ein. Das Wetter wird immer besser und es zeigt sich die Sonne. Somit gehen wir weiter in Richtung Fuorcla da la Valetta. Es geht wieder steil hinauf über viele Schneeflächen. Ein Blick zurück zum See. Die Aussicht ist einfach atemraubend schön. Bevor wir den Fuorcla erreichen, wandern wir an weiteren kleinen Bergseen vorbei. Einer schöner als der andere. Wenn sich der blaue Himmel widerspiegelt, oder einer der Berge darin findet. Einfach wunderschön. Wir sind wie geflasht und knipsen ein Foto nach dem anderen. Deshalb hinken wir auch der angegebenen Richtzeit deutlich hinter her. Aber egal.

Nach kurzem Aufstieg erreichen wir nun den Fuorcla auf 2586 m.ü.M. Hier herrschen kühle Winde, so dass wir unsere Windjacken gerne tragen. Doch auch die Sonne kommt immer häufiger zum Vorschein, dass es doch auch etwas wärmer wird. Der Weg führt nun hinter dem Berg in Richtung Forcellina. Ein kleiner Aufstieg bis auf 2672 m.ü.M. Dies ist der höchste Punkt unserer heutigen Tour. Nun geht's abwärts. Auf dieser Seite ist der Wind nicht mehr so kalt. Der Himmel hat sich unterdessen aufgetan und es ist mehrheitlich wolkenlos. Wir wandern über Steine, Bäche und Wiesen bis zum Septimerpass. Der liegt auf 2310 m.ü.M. Von hier aus folgen wir dem Fahrweg über eine weite Ebene mit vielen glücklichen Rindern. Einige Murmeli beobachten uns von ihren Aussichtshügeln aus. Bald sehen wir Bivio. In Bivio steuern wir den Primo-Laden an. Nun haben wir uns eine Magnum-Glace verdient.

Wieder stehen wir kurz nach 8 Uhr auf und stärken uns an dem feinen Frühstücks-Buffet. Heute soll es eine leichtere Tour sein, schliesslich haben wir Ferien und der Körper muss sich ja auch wieder erholen können.
Unser heutiges Ziel ist die Boval-Hütte am Morteratsch-Gletscher.
Wir fahren über den Julierpass nach Silvaplana und dann nach Pontresina. Kurz nach Pontresina, am Fusse des Bernina, fahren wir rechts ab zum Morteratsch Bahnhof. Nun gehts zu Fuss weiter. Nach dem Bahnübergang führt der Wanderweg schon bald nach rechts. Die erste Steigung ist schon ziemlich anspruchsvoll. Der Wanderweg geht nun stetig, aber gemächlich bergauf, über Steine und kleine Bäche. Vor uns linker Hand sehen wir immer wieder an den Morteratsch- und den Diavoleza-Gletscher. Ein unglaubliches Panorama. Nach 2 stunden erreichen wir die Bovalhütte. Nun zeigt sich sogar die Sonne und der Gletscher strahlt. Nach einem Stück Früchtekuchen und einer warmen Ovo steigen wir wieder hinab. Wir möchten noch an die Stelle, wo wir vor 8 Jahren an der Gletscherzunge standen. Hier ist nicht mehr viel vom Gletscher zu sehen. Nun wird es Zeit, zum Parkplatz zurück zu gehen. Meine Füsse schmerzen leicht.
Viel kürzer ist die Route nun doch nicht ausgefallen.

 
 

07.09.17

Noch einmal das feine Frühstück geniessen. Unsere Ferien enden leider hier.

 

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